Prima Klima

Nun ist er wohl entgültig Geschichte, der Winter 2017/2018. Hier im Nordwesten war er ausgesprochen regnerisch, insgesamt mäßig kalt, schneearm, mangels Sonne sehr dunkel und vor allen Dingen laaaaang.

Die, die sich aber am wenigsten an der Länge dieses Winters gestört haben, waren meine Füße. Wann immer es ging von Schuhwerk und vorallem Socken befreit, haben sie sich in den vergangenen Monaten ausgesprochen wohlgefühlt. Kalte Füße im Winter? Im Vergleich zu all den vorangegangenen Jahren nahezu Fehlanzeige. Das Weniger bis Gar nichts an den Füßen war auf jeden Fall ein Mehr.

In den ganzen Jahren zuvor hatte ich nämlich ein Problem, das sich mir erst nach diesem Winter so richtig erklärt. Steckten die Füße in festen Schuhen und Socken wurde ihnen erst warm, dann haben sie geschwitzt und die Socken wurden feucht bis naß. Was sich wenig deklikat anhört, sorgte dann vorallem für eins: Für kalte Füße. Der Schweiß tat das, was er eigentlich auch soll, kühlen. Aber einmal feucht/naß wurden die Füße eben kalt und das blieben sie dann auch. Häufig bekam ich die Füße erst durch Waschen mit heißem Wasser wieder warm. Das geht zuhause, aber im Job und unterwegs war Leiden angesagt. Barfuß zuhause, barfuß im Büro hingegen sorgte für das perfekte Klima an den Füßen. Selbst die Sorge, dass mir im Winter Fliesenböden zu kalt sein könnten, blieb unbegründet.

Allerdings hält man sich während des Winters ja nicht ausschließlich in Behausungen auf. Wie war es draußen? Richtig lange war ich im Winter eher selten barfuß draußen. Aber sämtliche alltäglichen Wege rund ums Haus wurden ausschließlich barfuß erledigt. Genauso wie die Fahrt zu Arbeit und der Gang ins Büro. Automobil bin ich nur und ausschließlich barfuß unterwegs. Supermärkte, Bäcker, die Post wurden in der Regel barfuß aufgesucht, das Auto wurde etliche Male barfuß vom Eis befreit. Der Weihnachtsmarkt wurde zwei Mal sockenlos in Barfußschuhen besucht, perfektes Fußklima, wie ich es noch nie erlebt hatte, inklusive.

Schnee gab es nur sehr wenig, drei Tage im Dezember, das wars. Erfahrungen konnte ich da kaum sammeln. Ein Morgen ist mir in bester Erinnerung, als ich durch den Pulverschnee zum Auto ging und vom Auto zum Bürogebäude. Das war toll und die Fassungslosigkeit eines Kollegen, der gleichzeitig mit mir ankam, unbezahlbar 😆

Ist also alles nur schön im Barfußwinter? Nicht ganz. Trockene Kälte ist wunderbar auszuhalten, kurze Wege durch strömenden Regen herrlich erfrischend. Aber was einfach unangenehm ist, ist naßkaltes Wetter und allzu kalter Wind. Naßkaltes Wetter und damit einhergehende feuchte Untergründe kühlen die Füße sehr schnell aus, ebenso wie eisige Winde. Da hatte ich auch mal auf nur knapp zwei Kilometern bei 3° eiskalte Füße.

Fazit dieses ersten Winters: Es ging erheblich besser als erwartet. Die meisten Beschränkungen der Fußfreiheit waren weniger den Temperaturen und der Witterung als viel mehr, wie bereits erwähnt, der Traute geschuldet. Bis auf einen grippalen Infekt, den aber fast die ganze Republik hatte, war ich auch nicht häufiger krank. Entgegen der öfters mal geäußerten Besorgnis hatten weder Blase noch Nieren irgendwelche Probleme mit nackten Füßen. Warum auch, sie sind ja weit weg von der immer warm gehalten Körpermitte 🙂 Sprich, der nächste Winter kann kommen. Nichtsdestotrotz möge er sich aber bitte viel, viel Zeit damit lassen 😀

 

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4 Kommentare zu “Prima Klima

  1. Lieber Volker,
    danke, dass du den Winter jetzt erst mal „abschließt“, bevor du dich auf den nächsten freust! 😉 Was ich dich schon öfter fragen wollte: wird bei euch gar nicht gestreut und/oder gesalzen? Das ist es nämlich, was es mir (noch) unvorstellbar macht, im Winter barfuß draußen rumzulaufen.
    Ansonsten: Großzehe hoch ! (als Pendant zum Daumen hoch für Schuhträger) für deinen ersten Winter unten ohne! 😀

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    • Naja, direkt freuen tue ich mich auf den Winter eh nicht, liebe Doris 😉 Aber wenn er schon unvermeidlich kommt, soll er sich doch wenigstens Zeit lassen.

      Doch, es wird auch gestreut, aber dieser Winter war sehr arm an entsprechender Notwendigkeit. Deshalb kaum ich da noch nicht mit in Konflikt.

      Liebe Grüße
      Volker

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  2. Hallo,Volker,
    Deine Eindrücke aus dem letzten Winter kann ich richtig nachvollziehen – danke für das Aufschreiben Deiner Gedanken.-
    Ich selbst denke mir inzwischen, man muss das Barfuss-Laufen nicht unbedingt zu einem Dogma machen. Physisch könnte ich praktisch immer ohne Schuhe sein – aber ich bin barfuss, wenn´s passt (und das tut es meistens), wenn nicht (oder wenn ich mich, meistens mental, nicht gut dabei fühle), dann eben nicht. Wenn mein Gatte sich beeinträchtigt fühlt oder es ihm peinlich ist, oder ich merke, dass andere Anwesende sich gestört fühlen, dann lasse ich es auch.
    Dir einen schönen Barfuss-Frühling
    wünscht
    Michael !

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    • Moin Michael,

      ich denke wir sind uns da sehr ähnlich. Die physischen Grenzen schwinden mehr und mehr. Aber Dogmatismus ist auch mir, wie eigentlich fast in allen Lebensbereichen, zu extrem. Darüber hinaus finde ich, dass barfuß schon eine Menge möglich ist, da brauche ich nichts auf die Spitze treiben, schon gar nicht, wenn ich mich selber dabei nicht mehr wohl fühle.

      Dir auch einen tollen Barfußstart in die warme Jahreszeit.

      Viele Grüße
      Volker

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