Morgens um halbsieben

… können die Vorteile barfüssigen Lebens schon deutlich zu trage treten 😀 Wenn ich zu dieser Uhrzeit das Bürogebäude, in dem ich arbeite, betrete, ist der Haupteingang noch geschlossen und der Zugang erfolgt über einen hinteren Eingang durch den Keller. Normalerweise ist um die Uhrzeit noch nichts los, als ich aber heute morgen die Außentreppe zum Kellergeschoss runterging, stand die Hintertür schon offen und im noch außen gelegenen Treppenabsatz sowie im gesamten Untergeschoss stand zentimeterhoch das Wasser.

Auf der Treppe zum Erdgeschoß begegnete mir der Hausmeister und erzählte, dass des Nächtens ein Zuleitungsschlauch für die Heizung geplatzt war und das Untergeschoß geflutet hatte. Ich widerum konnte ihm zeigen, wie praktisch doch so ein Leben ohne Schuhe ist, mußte ich doch keine Angst haben „nasse Füße“ zu bekommen 😆

Als ich auf die Idee kam, schnell ein paar Bilder zu machen, war der Wasserpegel durchs Abpumpen schon erheblich gesunken. Beim Betreten des Gebäudes hatte ich die Hose noch etwas hochgekrempelt und die Fußrücken guckten definitiv nicht mehr aus dem Wasser.

Tja, was soll ich sagen, ohne Schuhe lebt es sich einfach unkomplizierter 😛 Für die ja doch mehrheitlich beschuhten Kollegen wurde aber kurze Zeit später vorzeitig der Haupteingang geöffnet. Da haben die aber noch einmal Glück gehabt 😛


			

Premiere

Was ich durch meinen Laufblog schon vielfach erleben durfte und über die Jahre zu vielen festen Kontakten und Freundschaften geführt hat, klappte jetzt auch erstmalig über diesen, meinen wunderbaren Barfußblog 😀 Erstmals haben ich einen anderen Barfußblogger real kennengelernt!

Forbi, alias Lederfuesse, nahm vor drei Tagen Kontakt zu mir auf, um zu fragen, wann ich das nächste Mal in Berlin sei. Er wollte sich gerne aus dem hohen Norden der Stadt zum Tempelhofer Feld aufmachen um dort eine Geocaching-Laufrunde zu drehen. Wie es der Zufall so will, bin ich gerade in meiner zweiten Heimat und so verabredeten wir uns spontan für gestern zu besagter Lauf-Geocaching-Kombirunde.

Forbi besuchte mich in meinem Kleinst-Domizil und von dort trabten wir zum Tempelhofer Feld und begannen die von Forbi anvisierten Geocaching-Ziele zu suchen.

Mir als Geocaching-Greenhorn war es dabei vollkommen unbekannt, dass man dazu sogar in Bäume kraxeln muß um bestimmte Ziele zu erreichen. Als jemand, der schon auf einem Stuhl stehend Höhenangst bekommt, betrachte ich staunend, wie Forbi sich behände bis auf fünf, sechs Meter Höhe in den Baum aufschwang, um an eine entsprechende Filmdose zu gelangen.

Ich war froh als er heile wieder unten angekommen war, um für ein gemeinsames Selfie posieren zu können 😆

Einen Moment später kam es noch zu einem guten Gespräch mit einem wirklich barfußinteressierten Läufer. Danach ging es auf eine Dämmerungs-Laufrunde um das Tempelhofer Feld und auf dem Rückweg durchquerten wir noch einen schon recht dunklen Park, wo Forbi noch eben ein weiteres Geocaching-Ziel einkassierte.

Zum Abschluß ließen wir es uns bei einer Pizza und einem Bierchen gutgehen und schnackten noch eine ganze Weile …

… bevor sich Forbi wieder in den weiten Norden Berlins aufmachte, aber nicht ohne noch einmal nach einem von uns nicht gefunden Geocaching-Ziel zu suchen 🙂

Das Treffen war ein coole Sache und es ist immerwieder schön, wenn man mal für eine kurze Zeit nicht alleine barfuß in dieser Welt der Schuhe unterwegs ist 😎 Ich hoffe sehr, dass wir uns immer mal wieder begegnen werden!

Bowlingbotten

Am Sonntag war ich als Anhängsel meines GöGa mit auf eine Weihnachtsfeier eingeladen. Als Auftakt zu dieser Veranstaltung wurde gebowlt. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal diesem Sport gefröhnt hatte, auf jeden Fall muß ich da noch in den zarten Zwanzigern gewesen sein. Gut erinnern kann ich mich aber noch daran, dass man sich so fiese Bowlingschuhe anziehen mußte, um den Bahnbereich betreten zu dürfen. Daran hat sich in den letzten dreißig Jahren auch nichts geändert 😦

Dem weihnachtsfeierlichen Anlaß entsprechend hatte ich auch schon meine schicksten Barfußschuhe an den Füßen und ich mochte im Bowlingcenter auch nicht fragen, ob barfuß nicht schonend genug für die Bodenbeläge wäre. Deshalb ließ ich mir auch notgedrungen so ein Paar von diesen Botten aushändigen. Meine sonst übliche Schuhgröße 42 war dann auch noch zu klein und ich konnte gleich noch einmal tauschen. Immerhin hatte ich daran gedacht mir Socken mitzunehmen. Der Gedanke Schuhe anziehen zu müssen, die schon unzählige Leute vor mir angehabt hatten, behagt mir heute genauso wenig wie damals, Desinfektionsspray hin oder her.

Es ist schon etwas irrational, dass ich barfuß nahezu keinen Lebensbereich scheue, da kratzen mich ja weder die Berliner U-Bahn noch die meisten öffentlichen Toiletten, aber diese Schuhe für mich eigentlich gar nicht gehen. Und dann sind es ja schließlich auch noch Schuhe. Die Dinger vom Sonntag waren zwar nicht ganz so karstig wie ich sie noch aus den Achtzigern oder Neunzigern in Erinnerung hatte, aber von bequem oder gar atmungsaktiv konnte nich ansatzweise die Rede sein.

Bowling1

So drückte der Schuh im wahrsten Sinne des Wortes und als ich diese Bowlingbotten nach eineinhalb Stunden erleicherte von den Füßen nehmen durfte, zeugten die Socken schon von dem tropischen Klima darin, uuuuaaaaahhhhhh! 😯

Das Restaurant, das wir anschließend aufgesucht hatten, war dann zum Glück nicht so ein piekfeiner Laden und ich konnte nach kurzer Zeit unterm Tisch auch die Barfußschuhe ausziehen. Was für ein Fest ❗ Das haben natürlich doch einige gesehen und es wurde noch zu einem durchweg positiven Thema 🙂

Aber noch einmal kurz zurück zu den Bowlingbotten. Davon abgsehen, dass es „Gemeinschaftsschuhe“ waren, hatte ich in den letzten drei Jahren nicht einmal so festes Schuhwerk getragen und es ist für mich einfach nicht mehr vorstellbar, wie man es den ganzen Tag in so etwas aushalten kann. Wenn es bei mir auch immer mal wieder Situationen gibt, in denen das eigene Ego dazu neigt, vor den gesellschaftlichen Konventionen einzuknicken, sind es solche Erlebnisse, die mich dann doch wieder den Rücken gerade machen lassen. Geht es meinen Füßen gut, geht es auch mir gut und alleine das ist gut.

 

Mit Schirm, Charme und … Helm!

Ich hänge etwas in der Zeit. Eine gute Woche ist es schon her, wo die einen (ungefähr 46.000) Marathon liefen, während zwei Andere gefühlt einen Marathon liefen 🙂

Es war Marathontag in Berlin und im Gegensatz zu den beiden vorherigen Jahres war ich „nur“ als Zuschauer dabei. Mein guter Freund Frank schaut sich den Marathon jedes Jahr an und ich habe ihn diesmal begleitet und durfte feststellen, dass der Blick vom Straßenrand eine durchaus spannende Perspektive auf den Marathon bietet. So hatte ich auch einmal die Gelegenheit die in einem unglaublichen Tempo vorbeistürmende Weltelite zu sehen und danach den nicht enden wollenden Strom an Marathonläufern zu betrachten und dabei die unterschiedlichsten Läufertypen zu studieren. Zwei Barfußläufer machten wir in dem gigantischen Feld aus. Einer von den beiden entdeckte uns am Streckenrand auch und wir grüßten uns freudig. Für mich stellte sich die Frage, ob ich wohl auch irgendwann mal einen Marathon barfuß laufen werde? Abwarten und erst einmal auf kürzeren Distanzen anfangen, wie Frank mir vorschlug. Berlin bietet ja auch einen Halbmarathon und einen 25 km-Lauf.

Leider wurde das Wetter mit der Zeit doch etwas ungemütlich. War der frische Wind noch auszuhalten, machte der später einsetzende Regen die Zuschauerrolle wohl doch noch etwas unangenehmer als die Läuferrolle und wir trollten uns, nachdem geschätzt 2/3 bis 3/4 des Läuferfelds an uns vorbeigeströmt waren.

Pfützenlaufend und immer mal wieder über die extrem barfußfreundlichen, typisch berlinerischen, alten Granitplatten der Gehwege gehend, strebten wir unseren zweiten Tagesprogrammpunkt zu, dem Depot für Kommunalverkehr des Deutschen Technik Museums. Hier findet sich alles rund um das Thema des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin aus vergangenen Zeiten. Busse, Straßen- und U-Bahnen verschiedenster Epochen zeigen wie schon zu früheren Zeiten Menschenmengen in einer großen Stadt bewegt wurden. Ergänzt wird die Ausstellung um besondere Einzelstücke wie amerikanische Straßenkreuzer, Erich Honeckers Jagdwagen (eine Sonderanfertigung aus dem doch ach so verurteilten kapitalistischen Westen) bishin zu einer gewaltigen Schienenschneefräse.

Eine tolle und spannende Ausstellung, deren Genuß nur dadurch etwas getrübt wurde, dass uns so ein älterer Hein-Wichtig-Aufseher wegen unserer Barfüße hinauskomplimentieren wollte, während man beim Einlaß lediglich zu uns gesagt hatte, wir sollten etwas aufpassen. Da eine Diskussion sinnlos erschien, wir aber eh gerade im hintersten Winkel der Halle waren, gingen wir halt wieder Richtigung Ausgang und schauten uns dabei in Ruhe den Rest der Ausstellung an 🙂

Ob mit oder ohne Schuhe interessierte die Aufsicht an unserem nächsten Programmpunkt nicht, Hauptsache wir hatten bei der Besichtigung des Schwerbelastungskörpers, einem Bauwerk aus Nazi-Zeiten, einen Helm auf 😀 Dieser komplett aus Beton bestehende Testbau, ob der Berliner Untergrund tragfähig genug für die geplanten Protzbauten des „1000-jährigen Reiches“ ist (näheres siehe hier), ist zwar im Prinzip unzerstörbar, neigt aber wohl etwas zum Bröckeln.

Mit diesem dritten Tagespunkt sollte es dann aber auch gewesen sein und wir machten uns mit Bus und U-Bahn auf dem Heimweg, aber nicht ohne vorher den spannenden und interessanten Tag noch bei einem Tee und einem Kaffee im Café ausklingen zu lassen.

 

1. oder 2. Klasse?

Das war die Frage einer Zugbegleiterin am Bahnsteig in Oldenburg als ich für die Fahrt nach Berlin den 1. Klasse-Waggon besteigen wollte. Irretiert fragte ich „Icke?“, bejahte gleichzeitig und stieg ein. Barfuß, gepaart mit Shorts und Achselshirt (angesichts von guten 36 ° mochte ich einfach nicht mehr tragen) sah ich wohl nicht unbedingt nach 1. Klasse aus😂

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Merke: Beurteile Deine Mitmenschen nie nach seinen Äußerlichkeiten 😁 Das gilt allerdings genauso für mich 😯 Im ICE saß mir nämlich auf der anderen Gangseite ein großer, etwas sehr kräftiger Mann gegenüber, den ich aufgrund seiner Erscheinung und Ausstrahlung für unsymphatisch und unangenehm hielt. Als wir aber aufgrund der massiven Verspätung unseres Zuges kurz vorm Ziel ins Gespräch kamen, zeigte sich allerdings, dass er ganz nett war.

Das gegenseitige Beurteilen und Abschätzen ohne sich zu kennen ist halt nur zu menschlich. Diese Erkenntnis tröstet mich als Betroffener denn auch gleich wieder und so lange man seine positiven Lehren daraus zieht und noch drüber schmunzeln kann ist alles gut. Es sollte sie also doch geben, die zweite Chance für den ersten Eindruck 😀