Bowlingbotten

Am Sonntag war ich als Anhängsel meines GöGa mit auf eine Weihnachtsfeier eingeladen. Als Auftakt zu dieser Veranstaltung wurde gebowlt. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal diesem Sport gefröhnt hatte, auf jeden Fall muß ich da noch in den zarten Zwanzigern gewesen sein. Gut erinnern kann ich mich aber noch daran, dass man sich so fiese Bowlingschuhe anziehen mußte, um den Bahnbereich betreten zu dürfen. Daran hat sich in den letzten dreißig Jahren auch nichts geändert 😦

Dem weihnachtsfeierlichen Anlaß entsprechend hatte ich auch schon meine schicksten Barfußschuhe an den Füßen und ich mochte im Bowlingcenter auch nicht fragen, ob barfuß nicht schonend genug für die Bodenbeläge wäre. Deshalb ließ ich mir auch notgedrungen so ein Paar von diesen Botten aushändigen. Meine sonst übliche Schuhgröße 42 war dann auch noch zu klein und ich konnte gleich noch einmal tauschen. Immerhin hatte ich daran gedacht mir Socken mitzunehmen. Der Gedanke Schuhe anziehen zu müssen, die schon unzählige Leute vor mir angehabt hatten, behagt mir heute genauso wenig wie damals, Desinfektionsspray hin oder her.

Es ist schon etwas irrational, dass ich barfuß nahezu keinen Lebensbereich scheue, da kratzen mich ja weder die Berliner U-Bahn noch die meisten öffentlichen Toiletten, aber diese Schuhe für mich eigentlich gar nicht gehen. Und dann sind es ja schließlich auch noch Schuhe. Die Dinger vom Sonntag waren zwar nicht ganz so karstig wie ich sie noch aus den Achtzigern oder Neunzigern in Erinnerung hatte, aber von bequem oder gar atmungsaktiv konnte nich ansatzweise die Rede sein.

Bowling1

So drückte der Schuh im wahrsten Sinne des Wortes und als ich diese Bowlingbotten nach eineinhalb Stunden erleicherte von den Füßen nehmen durfte, zeugten die Socken schon von dem tropischen Klima darin, uuuuaaaaahhhhhh! 😯

Das Restaurant, das wir anschließend aufgesucht hatten, war dann zum Glück nicht so ein piekfeiner Laden und ich konnte nach kurzer Zeit unterm Tisch auch die Barfußschuhe ausziehen. Was für ein Fest ❗ Das haben natürlich doch einige gesehen und es wurde noch zu einem durchweg positiven Thema 🙂

Aber noch einmal kurz zurück zu den Bowlingbotten. Davon abgsehen, dass es „Gemeinschaftsschuhe“ waren, hatte ich in den letzten drei Jahren nicht einmal so festes Schuhwerk getragen und es ist für mich einfach nicht mehr vorstellbar, wie man es den ganzen Tag in so etwas aushalten kann. Wenn es bei mir auch immer mal wieder Situationen gibt, in denen das eigene Ego dazu neigt, vor den gesellschaftlichen Konventionen einzuknicken, sind es solche Erlebnisse, die mich dann doch wieder den Rücken gerade machen lassen. Geht es meinen Füßen gut, geht es auch mir gut und alleine das ist gut.

 

Verpflichtend

… sollte dieser Aushang auf jeder Toilette sein 😀

Spruch

Auch wenn meine Erfahrungen mit öffentlichen Toiletten, Toiletten in Zügen oder Gastsätten etc. pp. in der Regel bislang eigentlich gar nicht soooooooo schlecht gewesen sind. Ein derart dezenter Hinweis könnte aber trotzdem nicht schaden, so rein prophylaktisch 🙂

Ein besonderer Tag

… war der gestrige Sonntag für mich. Es gab nämlich zweierlei Premieren in meinem Leben: Zum einen bin ich das erste Mal einen kompletten Wettlauf barfuß gelaufen und zum anderen habe ich das erste Radiointerview meines Lebens gegeben, Thema war natürlich Barfuß laufen 😎

Da ich das Ganze schon in einem Beitrag auf meinem Laufblog verarbeitet habe, mache ich es mir in dieser Stelle einfach mal einfach und setze hier einfach mal stumpf den Link zu diesem Beitrag 🙂

Voilà:

https://deichlaeufer.wordpress.com/2019/10/20/barfuss/

Mit Schirm, Charme und … Helm!

Ich hänge etwas in der Zeit. Eine gute Woche ist es schon her, wo die einen (ungefähr 46.000) Marathon liefen, während zwei Andere gefühlt einen Marathon liefen 🙂

Es war Marathontag in Berlin und im Gegensatz zu den beiden vorherigen Jahres war ich „nur“ als Zuschauer dabei. Mein guter Freund Frank schaut sich den Marathon jedes Jahr an und ich habe ihn diesmal begleitet und durfte feststellen, dass der Blick vom Straßenrand eine durchaus spannende Perspektive auf den Marathon bietet. So hatte ich auch einmal die Gelegenheit die in einem unglaublichen Tempo vorbeistürmende Weltelite zu sehen und danach den nicht enden wollenden Strom an Marathonläufern zu betrachten und dabei die unterschiedlichsten Läufertypen zu studieren. Zwei Barfußläufer machten wir in dem gigantischen Feld aus. Einer von den beiden entdeckte uns am Streckenrand auch und wir grüßten uns freudig. Für mich stellte sich die Frage, ob ich wohl auch irgendwann mal einen Marathon barfuß laufen werde? Abwarten und erst einmal auf kürzeren Distanzen anfangen, wie Frank mir vorschlug. Berlin bietet ja auch einen Halbmarathon und einen 25 km-Lauf.

Leider wurde das Wetter mit der Zeit doch etwas ungemütlich. War der frische Wind noch auszuhalten, machte der später einsetzende Regen die Zuschauerrolle wohl doch noch etwas unangenehmer als die Läuferrolle und wir trollten uns, nachdem geschätzt 2/3 bis 3/4 des Läuferfelds an uns vorbeigeströmt waren.

Pfützenlaufend und immer mal wieder über die extrem barfußfreundlichen, typisch berlinerischen, alten Granitplatten der Gehwege gehend, strebten wir unseren zweiten Tagesprogrammpunkt zu, dem Depot für Kommunalverkehr des Deutschen Technik Museums. Hier findet sich alles rund um das Thema des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin aus vergangenen Zeiten. Busse, Straßen- und U-Bahnen verschiedenster Epochen zeigen wie schon zu früheren Zeiten Menschenmengen in einer großen Stadt bewegt wurden. Ergänzt wird die Ausstellung um besondere Einzelstücke wie amerikanische Straßenkreuzer, Erich Honeckers Jagdwagen (eine Sonderanfertigung aus dem doch ach so verurteilten kapitalistischen Westen) bishin zu einer gewaltigen Schienenschneefräse.

Eine tolle und spannende Ausstellung, deren Genuß nur dadurch etwas getrübt wurde, dass uns so ein älterer Hein-Wichtig-Aufseher wegen unserer Barfüße hinauskomplimentieren wollte, während man beim Einlaß lediglich zu uns gesagt hatte, wir sollten etwas aufpassen. Da eine Diskussion sinnlos erschien, wir aber eh gerade im hintersten Winkel der Halle waren, gingen wir halt wieder Richtigung Ausgang und schauten uns dabei in Ruhe den Rest der Ausstellung an 🙂

Ob mit oder ohne Schuhe interessierte die Aufsicht an unserem nächsten Programmpunkt nicht, Hauptsache wir hatten bei der Besichtigung des Schwerbelastungskörpers, einem Bauwerk aus Nazi-Zeiten, einen Helm auf 😀 Dieser komplett aus Beton bestehende Testbau, ob der Berliner Untergrund tragfähig genug für die geplanten Protzbauten des „1000-jährigen Reiches“ ist (näheres siehe hier), ist zwar im Prinzip unzerstörbar, neigt aber wohl etwas zum Bröckeln.

Mit diesem dritten Tagespunkt sollte es dann aber auch gewesen sein und wir machten uns mit Bus und U-Bahn auf dem Heimweg, aber nicht ohne vorher den spannenden und interessanten Tag noch bei einem Tee und einem Kaffee im Café ausklingen zu lassen.

 

Vier Füße und vier Pfoten

Morgens um Viertel vor Sieben im Büro oder genauer gesagt in der Teeküche 🙂 Eine Kollegin von mir ist zumindestens in den Sommermonaten und zumindestens im Büro auch barfuß unterwegs ist. Gelegentlich bringt sie auch noch ihre Beste mit, die immer nur barpfotig unterwegs ist 😀

Nach morgentlichen Schnack und Streicheleinheiten (für Hundedame Ina natürlich) mache ich mich dann bürofein, sprich die lange Hose kommt an 😀 Der (Arbeits-)Tag kann kommen.

1. oder 2. Klasse?

Das war die Frage einer Zugbegleiterin am Bahnsteig in Oldenburg als ich für die Fahrt nach Berlin den 1. Klasse-Waggon besteigen wollte. Irretiert fragte ich „Icke?“, bejahte gleichzeitig und stieg ein. Barfuß, gepaart mit Shorts und Achselshirt (angesichts von guten 36 ° mochte ich einfach nicht mehr tragen) sah ich wohl nicht unbedingt nach 1. Klasse aus😂

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Merke: Beurteile Deine Mitmenschen nie nach seinen Äußerlichkeiten 😁 Das gilt allerdings genauso für mich 😯 Im ICE saß mir nämlich auf der anderen Gangseite ein großer, etwas sehr kräftiger Mann gegenüber, den ich aufgrund seiner Erscheinung und Ausstrahlung für unsymphatisch und unangenehm hielt. Als wir aber aufgrund der massiven Verspätung unseres Zuges kurz vorm Ziel ins Gespräch kamen, zeigte sich allerdings, dass er ganz nett war.

Das gegenseitige Beurteilen und Abschätzen ohne sich zu kennen ist halt nur zu menschlich. Diese Erkenntnis tröstet mich als Betroffener denn auch gleich wieder und so lange man seine positiven Lehren daraus zieht und noch drüber schmunzeln kann ist alles gut. Es sollte sie also doch geben, die zweite Chance für den ersten Eindruck 😀