Reizüberflutung

Die Gärten der Welt finden sich in Berlin, genauer gesagt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Diese beiden Stadtteile sind schon ziemlich jwd, sprich janz weit draußen. Aber da es eben Berliner Stadtteile sind, sind sie trotzdem ganz bequem mit der U-Bahn zu erreichen, die auf den letzten Kilometern aber gar nicht mehr unterirdisch fährt. Die überirdische U-Bahn ist aber nicht das einzige kuriose Verkehrsmittel, dass wir -wir sind in diesem Fall Frank und ich – benutzten.

Um die bequeme Anreise zu den Gärten der Welt zu vollenden, schwebt man dann nämlich noch ganz locker mit der Seilbahn ein. Richtig gelesen, mit der Seilbahn! Und wenn schon Seilbahn, dann auch mit einer Mittelstation, dem Kienberg. Dort kann man auch noch einen Aussichtsturm erklimmen…

 … der ein fantastische Aussicht auf Berlin und Berlins höchste natürliche Berge, die Müggelberge mit Höhen von bis zu 115 m über NN, bietet. Der Alex schon 12 km entfernt.

Vom Kienberg geht es dann allerdings wieder herunter und dann hinein in die

14.07.18 07

Es gibt auch nahezu jede Region der Welt zu entdecken. Europa, der Orient, Nord- und Südamerika, Asien, die Tropen, Australien, alles vertreten.

In der Folge ein buntes Bilderpotpourri, das aber nur einen verschwindend kleinen Teil der Vielfalt der Gärten der Welt wiedergeben kann, wobei noch nicht einmal ein californischer Parkplatz ausgelassen wird 🙂

Allerdings waren nahezu sämtliche Wege in den Gärten der Welt für die baren Füße sehr anstrengend. Feiner Split, grober Split und die Hauptwege aus einem merkwürdigen Kieselasphalt, den Frank mit den „Fußfolter“ beschrieb, aber mit ihnen trotzdem besser zu recht kam als ich 🙂

Fünf Stunden sind wir durch die Welten gewandert, dann waren wir durch. Optisch reizüberflutet in Bezug auf die Vielleicht und der Üppigkeit dessen was uns hier alles geboten wurde und ebenso reizüberflutet an den Fußsohlen bezüglich der doch sehr fordernden Untergründe. Da durften kulinarische Reizungen natürlich nicht fehlen, sauleckere selbstgemachte Frikadellen, bzw. Buletten wie man hier sagt, von Frank mit Brezeln und das was bei mir nie fehlen darf:

14.07.18 35

Genial wars, dazu perfektes Sommerwetter. Auch wenn nach insgesamt knapp acht Stunden auf baren Füßen die Fußsohlen immer noch etwas kribbeln 🙂

 

Advertisements

Das passiert mir auch nicht oft

… dreht sich da doch heute ein junges Mädchen nach mir um, während ich im Eingangsbereich des Supermarktes am Bäckertresen stehe. Meine Irritation klärte sich rasch auf, sie hatte meine baren Füße gesehen. Ihr Interesse daran begründete sich darin, dass sie auch barfuß war. Während ich noch darüber schmunzelte war sie auch schon, mit samt ihrer beschuhten Freundin, enteilt.

Tja, Jungs, zieht die Schuhe, dann gucken die Mädels, zumindestens die barfüssigen 😀 Ich trete sie Euch gerne ab 😆

Barfuß auf dem Fest der Toleranz

Gestern fand der CSD Nordwest in Oldenburg statt. Dazu habe ich hier etwas ausführlicher gepostet. Was mir in diesem Jahr über das Wichtige des CSD hinaus aufgefallen ist, dass offensichtlich einige die Demonstration für Toleronz und Akzeptanz und die Veranstaltungen drumherum auch für ein Barfuß-Statement genutzt haben.

Auf jeden Fall habe ich in den Jahren zuvor und generell noch nie so viele Menschen barfuß gesehen. Da hielt es mich auch nicht mehr lange in den Schuhen, die ich anfangs noch aus Angst vor allzu vielen Scherben an den Füßen hatte. Zum Glück blieb diese Sorge auch weitestgehend unbegründet.

Irgendwie ist es schon schön, zu sehen, dass man offensichtlich doch nicht ganz alleine in der Stadt ist. So setzt der CSD ganz nebenbei noch andere Zeichen ❗ 🙂

Aber auch der schönste Tag auf nackten Sohlen geht irgendwann zu Ende und so ging es dann irgendwann auch wieder nach Hause 🙂

65

Ich wünschte, dass ich öfters mal ein paar mehr Mitmenschen ohne Schuhe sehen würde 😎

Ekelig!?

Neulich auf einer Gartenparty bei einer lieben Freundin:

Wenn nicht auf einer zwanglosen Gartenparty wo denn dann kann man ganz unbedarft barfuß auftauchen? Zumal der Gästekreis überschaubar und allesamt bekannt war. Trotzdem fällt barfuß natürlich auf und war auch ein Thema. Alle fandens auch cool und „gesund soll es ja auch sein“ 😛

Garten

 

Bis auf eine Bekannte und entfernte Kollegin von mir. Die findet barfuß einfach ekelig. Zum einem mag sie selber, bis auf höchstens mal in der Wohnung, nicht barfuß sein, zum anderen findet sich den Anblick von barfüssigen Menschen (z. B. in der Fußgängerzone) einfach eklig.

Nun habe ich mir bis zu der Zeit, ab der ich selber am liebsten barfuß bin, nie Gedanken für bare Füße gemacht. Man sah und sieht ja auch fast nie barfüßige Menschen. Aber wenn habe ich es eher mit Erstaunen, Verwunderung oder im höchsten Fall mit etwas Befremdung wahrgenommen. Aber Ekel? Sicher gibt es Menschen, die nackte Füße zur Schau stellen, die das lieber nicht täten. Aber das gilt für andere Körperregionen. Krampfaderige Beine in kurzen Hosen oder Cellulite im Minirock sind auch kein schöner Anblick. Aber im Normalfall sind Füße doch nichts anderes als ein Körperteil wie Arme, Beine und Hände. Was bitte schön ist an Füßen ekelig? Grenzt das schon an eine gestörte Körperwahrnehmung oder liegt es an der weit verbreiteten Vorstellung von stinkenden Schweißfüßen, die ja aber nur dadurch entstehen, dass sie in Schuhen vor sich hin dunsten, oder der allgemeinen Angst vor Unhygiene, weil der Fuß nunmal als einziges Körperteil direkten Kontakt mit dieser Erde, auf der wir alle leben, hat?

Was auch immer ihre Gründe und sicher die vieler anderer auch sind, nachvollziehbar sind sie für mich nicht. Aber wie in nahezu allen anderen Lebensbereichen auch, abgelehnt wird was fremd und scheinbar sonderbar ist, wobei Ekel schon eine heftige Reaktion ist.

Auf meine Frage, ob sie denn mit meinen nackten Füßen lebe könne, antworte sie, dass sie einfach nicht hinschauen würde. Gut für sie, ich hatte nämlich auch gar keine Schuhe dabei 😆

Übrigens ich ekel mich vor Senf, auch nicht normal. Aber das ist eine ganz andere Geschichte :mrgreen:

 

 

 

Sauberes Bielefeld

Am vergangenen Wochenende war ich in Bielefeld um am Hermannslauf teilzunehmen. Ein Lauffreund nahm mich in seinem Auto mit. Nachdem dieses geparkt war, ging es aus dem Parkhaus in eine fast gegenüberliegende Schule zur Startnummernausgabe. Nach einem kurzen Bummel über die Läufermesse im Schulinnenhof machte ich mich dann auf, quer durch die Bielefelder Fußgängerzone, zum Hotel.

Dabei fiel mir schon auf, dass die Fußgängerzone als solche und auch die Pflasterung sehr sauber wirkten. Nach Ankunft im Hotel, auf dem Zimmer, durfte ich feststellen, dass meine Fußsohlen blitzsauber waren. Auch wenn ich insgesamt weniger als einen Kilometer unterwegs war, hatte ich noch nie so saubere Fußsohlen nach einem Barfußaufenthalt draußen.

Somit verleihe ich Bielefelde den Titel „Vorbildliche Barfußstadt“! Zumal ich dort ja auch in keinem Netto-Markt gewesen bin 😆

 

 

Berlin barfuß

„Dann geh doch zu Netto“, so tönt seit gefühlt ewiger Zeit die nervige Radioreklame besagten Discounters. Aber bitte nicht barfuß. Als ich nach Ankunft in Berlin erst einmal die Dinge des täglichen Bedarfs einkaufen wollte, wurde ich aus „hygienschen Gründen“ aus dem Netto-Markt hinauskomplimentiert. Auch mein Argument, dass ich den Laden gar nicht so schmutzig finden würde, ließ der Mitarbeiter nicht gelten :mrgreen: Da er mich auch den Einkauf nicht beenden lassen wollte, drückte ich ihm die Tüte Milch in die Hand und ging. Dabei hatte ich lediglich beim vorherigen Einkauf bei REWE Milch und Eier vergessen und wollte diese Dinge eben noch bei Netto holen. Bei REWE hatte ich vorher sogar ein nettes Gespräch mit einer Verkäuferin über meine Barfüßigkeit. Dort war es (wie schon öfters zuvor) kein Problem.

Dieses Erlebnis schreckte mich aber nicht, denn ich traf mich an diesem verlängerten Wochenende mit Frank und Carsten. Auf die beiden bin ich in den Weiten des Internets gestoßen, weil sie genau so gern barfuß unterwegs sind wie ich. Frank, der Ur-Berliner, und Carsten aus Hamburg, der extra angereist war, kannten sich schon. Die Barfußwelt ist klein 🙂

Zu dritt machten wir Mitte und Kreuzberg auf nackten Sohlen unsicher. Für mich war es eine große Freude erstmals mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein und trotz teils mäßigen Wetters hatten wir mächtig viel Spaß.

An der Baustelle des Stadtschloßes besuchten wir die Humboldt-Box und machten uns in der Berliner Geschichte kundig. Unglaublich freundliche, kompetente und aufgeschlossene ehrenamtliche Mitarbeiter suchten das Gespräch. Eine ältere Dame nahm den Faden aus unserer Unterhaltung auf und gab Erläuterungen zur Geschichte des Stadtschloßes und der Preußischen Könige. Natürlich war auch kurz unsere Barfüßigkeit ein Thema, sehr freundlich und interessiert.

Aber die ein Stockwerk höher gelegenen Ausstellung des Humboldt-Forums „Die Welt hören“ mußten wir dann wegen unserer nackten Füße wieder verlassen. Diskussionen mit der Dame ersparten wir uns, wir hatten diese Ausstellung sowieso nur auf den Weg zur Dachterasse durchquert.

Das war aber auch die letzte negative Erfahrung des Wochenendes. Auf unseren Wegen durch Kreuzberg und am nächsten Tag durch Neukölln besuchten wir das Café „Kuchenkaiser“, die Restaurantkneipe „Henne“ und einen Inder, alles kein Problem.

Es war herrlich so unbeschwert barfuß unterwegs zu sein. Egal ob draußen, drinnen oder in der U-Bahn. Die Fußsohlen zeugten von vielen Stadtkilometern 😆

B2

Neben dem nahezu komplett unbeschuhten Wochenende war es klasse mit den beiden unkomplizierten Jungs Freundschaft geschlossen zu haben. Auch auf der Rückreise nach Oldenburg mit der Bahn verzichtete ich auf Fußbekleidung. Als ich im Hauptbahnhof auf den Zug wartete konnte das ein junger Verkäufer der Obdachlosenzeitung einfach nicht fassen und bot mir zweimal seine neuwertigen Schuhe an. Eine nette Geste von jemanden, der kaum selber etwas hat.

Barfuß in der Hauptstadt, ein langes Wochenende mit vielen, teils sehr unterschiedlichen Eindrücken und jeder Menge Spaß. Frank, Carsten und ich werden sicher nicht das letzte Mal gemeinsam auf Achse gewesen sein.

 

 

Prima Klima

Nun ist er wohl entgültig Geschichte, der Winter 2017/2018. Hier im Nordwesten war er ausgesprochen regnerisch, insgesamt mäßig kalt, schneearm, mangels Sonne sehr dunkel und vor allen Dingen laaaaang.

Die, die sich aber am wenigsten an der Länge dieses Winters gestört haben, waren meine Füße. Wann immer es ging von Schuhwerk und vorallem Socken befreit, haben sie sich in den vergangenen Monaten ausgesprochen wohlgefühlt. Kalte Füße im Winter? Im Vergleich zu all den vorangegangenen Jahren nahezu Fehlanzeige. Das Weniger bis Gar nichts an den Füßen war auf jeden Fall ein Mehr.

In den ganzen Jahren zuvor hatte ich nämlich ein Problem, das sich mir erst nach diesem Winter so richtig erklärt. Steckten die Füße in festen Schuhen und Socken wurde ihnen erst warm, dann haben sie geschwitzt und die Socken wurden feucht bis naß. Was sich wenig deklikat anhört, sorgte dann vorallem für eins: Für kalte Füße. Der Schweiß tat das, was er eigentlich auch soll, kühlen. Aber einmal feucht/naß wurden die Füße eben kalt und das blieben sie dann auch. Häufig bekam ich die Füße erst durch Waschen mit heißem Wasser wieder warm. Das geht zuhause, aber im Job und unterwegs war Leiden angesagt. Barfuß zuhause, barfuß im Büro hingegen sorgte für das perfekte Klima an den Füßen. Selbst die Sorge, dass mir im Winter Fliesenböden zu kalt sein könnten, blieb unbegründet.

Allerdings hält man sich während des Winters ja nicht ausschließlich in Behausungen auf. Wie war es draußen? Richtig lange war ich im Winter eher selten barfuß draußen. Aber sämtliche alltäglichen Wege rund ums Haus wurden ausschließlich barfuß erledigt. Genauso wie die Fahrt zu Arbeit und der Gang ins Büro. Automobil bin ich nur und ausschließlich barfuß unterwegs. Supermärkte, Bäcker, die Post wurden in der Regel barfuß aufgesucht, das Auto wurde etliche Male barfuß vom Eis befreit. Der Weihnachtsmarkt wurde zwei Mal sockenlos in Barfußschuhen besucht, perfektes Fußklima, wie ich es noch nie erlebt hatte, inklusive.

Schnee gab es nur sehr wenig, drei Tage im Dezember, das wars. Erfahrungen konnte ich da kaum sammeln. Ein Morgen ist mir in bester Erinnerung, als ich durch den Pulverschnee zum Auto ging und vom Auto zum Bürogebäude. Das war toll und die Fassungslosigkeit eines Kollegen, der gleichzeitig mit mir ankam, unbezahlbar 😆

Ist also alles nur schön im Barfußwinter? Nicht ganz. Trockene Kälte ist wunderbar auszuhalten, kurze Wege durch strömenden Regen herrlich erfrischend. Aber was einfach unangenehm ist, ist naßkaltes Wetter und allzu kalter Wind. Naßkaltes Wetter und damit einhergehende feuchte Untergründe kühlen die Füße sehr schnell aus, ebenso wie eisige Winde. Da hatte ich auch mal auf nur knapp zwei Kilometern bei 3° eiskalte Füße.

Fazit dieses ersten Winters: Es ging erheblich besser als erwartet. Die meisten Beschränkungen der Fußfreiheit waren weniger den Temperaturen und der Witterung als viel mehr, wie bereits erwähnt, der Traute geschuldet. Bis auf einen grippalen Infekt, den aber fast die ganze Republik hatte, war ich auch nicht häufiger krank. Entgegen der öfters mal geäußerten Besorgnis hatten weder Blase noch Nieren irgendwelche Probleme mit nackten Füßen. Warum auch, sie sind ja weit weg von der immer warm gehalten Körpermitte 🙂 Sprich, der nächste Winter kann kommen. Nichtsdestotrotz möge er sich aber bitte viel, viel Zeit damit lassen 😀